Zwergrauhaarteckel von den Argoatjägern FCI, züchten aus Leidenschaft

Ballen- und Krallenpflege

Ballenkontrolle und Pflege

Die Pfoten sind regelmässig auf Fremdkörper zwischen den Ballen zu kontrollieren. 

Damit das klappt, wird bereits beim Welpen fleissig “Pfotenkontrolle” trainiert. Dabei sanft mit den Fingern zwischen den Ballen und Zehen streichen. Bei sehr kleinen Welpen macht man das anfangs mit dem kleinen Finger. Nur so können Sie prüfen, ob er Verletzungen durch Glassplitter, Risse von Kälte und Salz an den Ballen oder Herbstlaubmilben in den Zehenzwischenräumen hat. Den Hund sollten Sie immer beim krabbeln sanft an den Pfoten berühren und die Ballen schön massieren. Lahmt der Hund plötzlich beim Spaziergang, wird er dann problemlos zulassen, dass Sie nachschauen. Ich habe bereits Halter gesehen, die nicht mal in der Lage waren, die Pfoten anfassen zu können, meine Hunde bleiben sogar stehen und halten mir hilfesuchend die betroffene Pfote hin.


Im Winter sollten Sie daran denken, abends ein  spezielles Pflegeprodukt (Ballenpflege gibt es z.B. von Anibio) in die Ballen zu massieren. Der kleine Kerl wird es geniessen und er wird auf komfortableren Ballen über kalte Böden laufen. Solche Produkte können schmerzhafte Risse vorbeugen. Vermeiden Sie möglichst gesalzene Wege. Musste der Hund über gesalzene Flächen laufen, spülen Sie anschliessend sofort die Pfoten und den Unterboden mit angenehm warmen Wasser ab und massieren Sie anschliessend das Pfotenbalsam ein. Solange der Hund nicht sauber ist, sollten Sie ihn nicht aus den Augen lassen, er würde schnell versuchen, das Salz abzulecken.


Die Bilder hierneben zeigen zwei grosse verfilzte und verklebte Fellbälle, die ich bei einem Tierschutzhund entfernt habe, nachdem ich bemerkt hatte, dass er keine Freude am Laufen hatte. Diese Bälle waren so dick und fest, dass ich erst beim zweitem Blick gemerkt habe, dass das nicht eine Wucherung war. 

Zwischen den Pfoten darf wie am restlichen Hund keinesfalls mit der Schere hantiert werden. Hier ist das Verletzungsrisiko auch besonders gross. Solche Verfilzungen werden mit einem kleinem Haken vorsichtig herausgeholt.


Gefährlich können Grannen werden, sie bohren sich in die zarte Haut zwischen den Zehen und verursachen Entzündungen. Manchmal sind sie so tief eingedrungen, dass nur noch ein kleines Loch darauf hinweisst.

Krallen schneiden

Anders als beim Menschen haben Hunde einen Teil der Kralle, der eine Blutversorgung und einen Nerv beinhaltet, das „Leben“. Auf dem Bild links können Sie es aus einer in der Mitte abgebrochenen Kralle  herausragen sehen. Ava hat lange gebraucht, an ihrer Bremstechnik zu feilen und hat uns etliche „Krallenmomente“ bescherrt. Das Leben in der Kralle wächst bei langen Krallen mit, weshalb man nicht einfach ein grosses Stück abschneiden kann, es würde sehr schmerzhaft sein und würde bluten. Wie damit umzugehen ist, erfahren Sie hier.


Krallen sollten wöchentlich kontrolliert werden. Gerade bei Hunden, welche viel auf weicherem Waldboden und im Feld laufen, wird schnell übersehen, dass sich die Krallen oft nicht ablaufen und zu lang werden. Sie sollten höchstens im Stand leicht den Boden berühren. 


Ich habe oft feststellen können, dass Hunde welche schlechte Erfahrungen gemacht haben, sich in Panik wehren. Solche, die nie verletzt wurden und von Anfang an sanft behandelt wurden, liegen ganz ruhig da. Als Halter sollten Sie sich mit der Prozedur anfreunden und in ruhiger Atmosphäre regelmässig die Krallen kürzen. Lassen Sie niemanden anderes dran. Beim Tierarzt muss es schnell gehen, der Hund ist bereits gestresst, hat womöglich Angst, zappelt und nicht selten geht ein Schnitt zu tief und der Hund ist verletzt, erleidet Schmerzen. Besser ist, Sie kümmern sich persönlich darum. Schwer ist es anfangs eigentlich nur, wenn der Hund bereits traumatisiert ist, doch auch das lässt sich mit Geduld wieder hinbiegen. 


Lassen Sie es nicht so weit kommen, dass der Hund lange Krallen hat, die ihm verbieten, seine Zehen korrekt auf den Boden zu stellen, das kann zu Verformungen der Pfoten führen (Foto hierunter links: diese Krallen sind fast doppelt so lang, wie sie sein sollten, sie drücken bereits die Gelenke hoch. Foto rechts: beim gleichem Hund ist die Wolfskralle fast zum geschlossenem Kreis gewachsen. Nicht zu denken, was passiert, wenn der Hund damit hängen bleibt. Das zweite Bild von links zeigt eine Vorderpfote: hier hat sich der Hund sichtlich mal verletzt, eine Kralle wächst zur Seite.


Ausser innerer Ruhe benötigen Sie:


  • Eine sehr gute Krallenzange (keine Guillotine) für mittlere Hundekrallen. Nagelzangen für Menschen sind ungeeignet. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle, sonst werden Sie die direkt enstsorgen können. Die meisten Krallenzangen haben eine Art “Begrenzer”, der sicherstellen soll, dass Sie nicht zu tief schneiden. Da Sie regelmässig schneiden werden und zwar nach Augenmass, ist dieser Begrenzer nur lästig: direkt abmontieren oder zur Seite schieben hilft. Testen Sie die Zange im Geschäft, es gibt welche, bei denen der Sicherheitsverschluss bei jedem Schnitt das Gerät verschliesst. Keinesfalls kaufen.
  • Eine Nagelfeile aus Sandpapier, ideal sind solche für Kunstnägel mit einer gröberen und feineren Seite
  • Gute Augen, bzw. eine Lesebrille und viel Licht
  • Einen störungsfreien Platz, damit der Hund gelassen bleibt
  • Eine für den Hund komfortable Unterlage, z.B. liegend auf dem Sofa neben Ihrem Bein oder auf einer dicken Decke, bzw. auf einem Kissen auf dem Tisch.


Am besten legen Sie den Vierbeiner auf den Rücken. Dann nehmen Sie sich nacheinander die Pfoten vor, schön langsam und ruhig. Zwischendurch beruhigen und kraulen. Hinten ist einfacher als vorne, da kommt die Nase nicht so schnell angeschossen. 


Schneiden Sie gerade (sprich im 90 Grad Winkel zum unteren Krallenteil) und nicht quer. Das entspricht nicht den üblichen Empfehlungen, weil wir anders vorgehen und nicht direkt ein grösseres Stück abschneiden. Ihr Ziel ist es, die Krallen genug zu kürzen, ohne das Leben zu verletzen und dieses dazu bringen, sich zurückzubilden, denn bei langen Krallen wächst es länger als nötig. Das erreichen Sie, indem Sie eine Scheibchentechnik anwenden. Zuerst die Spitze entfernen, ein Millimeter der die Richtung vorgibt. Anschliessend arbeiten Sie sich Scheibchen für Scheibchen vor. Das geht allerdings nur mit einer sehr scharfen Zange. Beobachten Sie genau die Schnittstelle. Am unterem Teil wird ein weisser Punkt erscheinen, Sie können hier aufhören zu schneiden, da gehen Sie ganz sicher. Nehmen Sie die Nagelfeile und feilen Sie noch ein Stück nach und in die richtige Form, diese können Sie sich von den nicht geschnittenen Krallen abschauen. Wenn Sie noch ein klein wenig weiter schneiden möchten, achten Sie auf den mittleren Teil der Kralle. Da erscheint ein etwas dunklerer Punkt, dass ist das Ende vom lebendigen Teil der Kralle. Spätestens sobald der sichtbar wird, sofort aufhören und zur nächsten Kralle wechseln, ich würde jedoch nicht so weit gehen und eher nachfeilen. Auch wenn der Hund eine überraschte oder schmerzähnliche Reaktion zeigt, sofort unterbrechen, bevor es richtig weh tut. 


Es gibt elektrische Krallenfeilen, doch wirklich positive Tests darüber waren nicht zu finden.


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So entspannt lässt sich Mäuselchen die Krallen schneiden.

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