Zwergrauhaarteckel von den Argoatjägern FCI, züchten aus Leidenschaft

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Ludwig wurde Opfer von Unkenntnis und einer Schermaschine

Ludwig ist ein goldiger kleiner Kerl, erst 4 Jahre alt. Der kleine Berliner sollte eigentlich aussehen wie Mäuselchen, wurde jedoch ein Opfer von Hundefriseuren, die ihm das Haar gründlich ruiniert haben. 


Die Halterin hat zufällig diese Seite gefunden und hat sich daraufhin gemeldet, um zu erfahren, ob stimmt, was ihr als Argument für den fürchterlichen Zustand des Fells genannt wurde. 


Angefangen hat es, als Ludwig 6 Monate alt war, er hatte wie JEDER Rauhiwelpe weicheres Welpenhaar (siehe dazu die Seite zur normalen Entwicklung vom Rauhaar bei Welpen). Da er schon spät dran war für ein erstes Mal (3-4 Monate alt wäre gut), war dieses Welpenhaar lang und weich. Es wäre problemlos mit blanken Fingern zu zupfen gewesen und gutes Rauhaar hätte sich entwickelt. Aber der Hundefriseur (von der Züchterin empfohlen!) hat das Haar so empfunden:


 „Der hat Dandie Dinmont Fell, das ist so, da ist nichts zu machen, da kann man nur scheren”. 


Damit war die gesunde Haarentwicklung im Keim erstickt. Der Hundefriseur hatte keine Ahnung, dass es sich hier um normales Welpenhaar handelte.


Beim nächstem Mal sah das Haar natürlich noch schlimmer aus, da es ja geschoren wurde und wieder wurde behauptet, das könne man nur scheren und nach insgesamt 8 mal ist Ludwig in einem bemitleidenswertem Zustand:

In der Grossaufnahme sieht man das Ausmass deutlich: 

der ehemalige Rauhi besteht grösstenteils aus Nothaaren (von denen viele behaupten, es gäbe sie nicht…), die sich infolge des scherens gebildet haben. Die Haut scheint überall durch, der Hund hat gar keine Unterwolle, nichts schützt ihn vor Kälte und er riskiert auch Sonnenbrand.


Den Bart wollte die Friseuse sogar komplett wegscheren, dadurch würden die Haare kräftiger!!! Das ist schon haarsträubend, denn genau das Gegenteil ist der Fall. Zum Glück hat die Halterin daraufhin einen Schlussstrich gezogen und es nicht zugelassen. Da er jedoch geschnitten wurde, ist der Bart auch extrem weich, schlägt Wellen und entspricht weder Farbe noch Konsistenz von Rauhaar.

Ich kann mir denken, dass sich jetzt keiner vorstellen kann, dass dieser Hund als Welpe tatsächlich braun wie Mäuselchen war. 


Der Beweis findet sich eigentlich direkt an Ludwig und es hat gereicht, die Stellen zu überprüfen, die Hundefriseure gerne“vergessen”: Teile der Beine und die Schwanzspitze.


Ja, so sollte eigentlich der ganze Hund ausschauen, braun-saufarben!


Nachdem ein grosser Teil der Nothaare entfernt war, konnten sich reichlich richtig rauhe Haare finden.


Hier ging es vorrangig um eine Einschätzung der Situation, um Information und erste Hilfe, damit die Weichen neu gestellt werden. 


Es muss nun regelmässig weiter gezupft werden, damit sich das rauhe Haar endlich entwickeln kann. Wie man bereits sehen kann, ist das Ergebnis schon beeindruckend.


Hierunter finden sich noch Bilder, die gut zeigen, dass Ludwig keinesfalls Dandie Dinmont Haar hat, sondern misshandeltes Rauhaar. Da wo es verschont wurde, an Stellen die sich schlecht scheren lassen, sind die Haare noch rauh, wenn auch spärlich, weil nicht regelmässig getrimmt.


Im Gesicht ist es das gleiche: um den Haaren einen gesunden Wuchs zu ermöglichen, müssen die Nothaare entfernt werden. Das Prinzip lautet “nakig machen”, damit das rauhe Haar kommen kann. 


Schön zu sehen: Da wo nicht geschnitten oder geschoren wurde, aus Angst, den Hund am Auge zu verletzen, sind die Haare in Originalfarbe zu sehen.


Der Bart muss nach und nach komplett abgezupft werden, dann kann er sich erholen.


An der Brust ist der Kerl kahlgeschoren worden…


Ludwig’s Geschichte sollte jeden nachdenklich machen, der einen ehemaligen Rauhi in ähnlichem Zustand hat…


Die gute Nachricht: in 1-2 Jahren sollte der kleine Kerl wieder deutlich rauher sein und meist kommt auch die Unterwolle zurück.

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So schnell kann das Haar Ihres Teckels verschandelt werden, seien Sie achtsam

Wenn Sie zu jemanden gehen, den Sie nicht gut kennen, lassen Sie grundsätzlich nie den Hund aus den Augen. Das gilt auch, wenn Ihnen die Person empfohlen wurde. 


Stellen Sie klar, das der Trimmer weiss, was zu tun ist. Benutzen Sie das Wort zupfen, nicht trimmen (viele Hundefrisöre kennen die Bedeutung nicht und glauben, es handelt sich um scheren). Im englischem Sprachraum sagt man Handstripping.


Prüfen Sie, ob die Person Ihre Sprache spricht und sie überhaupt versteht! 


Uns wurde von einer Halterin erzählt, sie habe mit der Frau gesprochen und ihr genau gesagt, was sie möchte, es kam immer nur “ ja" als Antwort. Die Hundefriseurin hat dann zur Schere gegriffen und hat schneller massakriert, als die Halterin eingreifen konnte. Es stellte sich heraus, das die Frau Polin war und kein einziges Wort Deutsch konnte! 

Will die Person den Hund scheren/schneiden (erkennbar daran, dass er vorher gewaschen werden muss, oder er/sie holt direkt ein elektrisches Teil, einen Furminator oder eine Schere raus), nehmen Sie sofort Ihren Hund vom Tisch und gehen

Wenn es so anfängt, ist es zwecklos zu versuchen, der Person erklären zu wollen, dass es nicht korrekt ist. Früher oder später wird sie zur Schere greifen.


Es wird auch immer wieder von Leuten - auch Züchtern! - gesagt, dass die Beine und Ohren geschoren werden müssen, weil sie ja kurz sein sollen. Die Konsequenz:  die Haare verändern sich und werden blass und weich, so dass sie irgendwann nicht mehr zu retten sind. 

Leider sind Züchter mit Fachwissen bzgl. korrekter Rauhaarpflege selten. Werden die Ohren und Beine von Anfang an korrekt getrimmt, entwickelt sich Haar in guter Qualität, welches nie geschnitten/geschoren werden muss. 


Es gibt Hunde, die von Geburt an schlechtere Haare an den Beinen haben. Bei den meisten wird der Qualitätsmangel jedoch erst durch Menschenhand gemacht. Auf der Seite zum Thema Nothaare gehe ich detailliert darauf ein. 


Fazit: Greifen Sie sofort ein, wenn ein elektrisches Gerät gezückt wird oder eine Schere. 


Es gibt nur ZWEI Stellen, an denen eine Schere EVENTUELL eingesetzt werden kann: 


Am After wenn der völlig verklebt ist und am Pinselchen und selbst an diesen Stellen sollte es vermieden werden. Sie sollten immer im Hinterkopf behalten, dass sich dadurch das Haar verändern und die Situation schlimmer wird. Das Haar wird dadurch weicher und wird deutlich schneller verdrecken und verkleben. Auch diese Haare sollten vorsichtig gezupft werden. 


Lassen Sie nie zu, dass am Kopf, an den Beinen, Pfoten und am komplettem Körper geschnitten wird, die Quittung dafür bekommen Sie immer präsentiert und zwar Monate bis Jahre später, in Form von kaputtem Haar. 


Die Frage vorab am Telefon, ob der Hund gewaschen werden muss vor dem Trimmen ist übrigens ein guter Test: 

frisch gewaschene Dackel sind nicht trimmbar. Bekommen Sie eine positive Antwort oder wird Ihnen gesagt, dass der Hund direkt im Salon gewaschen würde, brauchen Sie den Termin gar nicht zu buchen. Auch können Sie fragen, ob Sie den Hund anschliessend mit einem Furminator täglich pflegen können, kommt ein ja, hat die Person überhaupt keine Ahnung von korrekter Fellpflege beim Rauhaar.

Scheren und schneiden zerstört das rauhe Dackelhaar

Dackel Ben

Leider wissen es nicht alle Halter und Hundefriseure: 


Rauhaardackel dürfen NIE geschoren/geschnitten werden. 


Dadurch geht die Haarqualität gänzlich verloren, die Haut leidet und der Hund sieht im schlimmstem Fall nicht mal mehr nach seiner Rasse aus.


Ben, der graue Herr links ist aus Unwissen seiner Halter und eines Hundefrisörs, sein Leben lang geschoren worden. Auf diesem Bild ist er ca. 10 Jahre alt und eigentlich sollte er schwarzrot sein, wie die Reste um die Augen und an der Rute zeigen. Geschorenes schwarz-rot wird zu silbergrauen Nothaaren. Die Entstehung dieser Haare erkläre ich hier.

Durch die ständige Schur besteht er nur noch aus seidigen grauen Haaren und sieht aus wie ein Yorkshire. Hier ist nichts mehr zu retten, das Haar sich durch die Fehlbehandlung verändert, es lässt nicht mal mehr trimmen…

Hier zeige ich Ihnen die Konsequenzen geschnittenen Rauhaars. 

Es kann sich hierbei um geschorenes, mit der Schere oder dem falsch geführten Trimmmesser geschnittenes Haar handeln. 

Die Gründe der gravierenden Veränderung des Rauhaars wenn es geschnitten wird, erkläre ich auf dieser Seite.

Der Hund auf dem Bild rechts ist ein reinrassiger, 18 Monate alter schwarzroter Kaninchenteckelrüde und eigentlich sollte er rauh sein. 


Anstatt fachgerecht getrimmt zu werden, wurde er mehrfach von der Besitzerin (die nicht davon abzubringen war, dass dies nicht gleichzusetzen mit trimmen ist) geschoren. Das Ergebnis ist ruiniertes Rauhaar. Hier ist nichts mehr zu retten. Der arme Kerl wird bald so grau wie Ben sein.


Auf Basis dieses Fotos hat ihn nur eine Züchterin von schwarzroten Kleinteckeln als solchen erkannt, kein anderer war in der Lage zu bestimmen, um welchen Hundetyp es sich überhaupt handelt, viele tippten auf einen Mischling mit Yorkshire einschlag.


Anfangszustand

Eine sehr nette Halterin hat mir folgende Bilder zur Verfügung gestellt

Es handelt sich um einen Rauhaarrüden, der als erwachsener Hund übernommen wurde und bei dem bis dato nie etwas an dem Fell gemacht wurde. 


Leider wurde das neue Frauchen falsch informiert und liess den Hund scheren, was ihr heute sehr leid tut. Das Ergebnis ist laut ihrer eigenen Aussage, dass er tatsächlich keine Unterwolle mehr hat, friert und bei Regen sofort durchnässt wird. 

Das schlimmste ist, das der Hundefrisör sofort hätte sagen müssen, dass man Dackel nicht scheren sollte. Nun wird erst einmal wieder wachsen gelassen und anschliessend wird Fellrettung betrieben, die Dame sieht sich nach einer kompetenten Person in ihrer Gegend um.

Damit Ihnen klar wird, wie extrem der Hund verunstaltet wurde, sehen Sie 3 Bilder des hübschen Kerlchens im Urzustand:


Die Bilder zeigen auch, inwieweit Dreck und Schnee im längerem Haar hängen bleiben, weshalb es auch Sinn macht, dass gerade Jadgteckel kürzeres Haar haben. 


Hier hätte man direkt den kleinen trimmen müssen und er hätte toll ausgesehen. Leider wurde der Hund aus Unwissenheit geschoren. Das kann man noch von Haltern verstehen, wenn diese nicht entsprechend informiert wurden, weil sie den Hund aus zweiter Hand erhalten haben. Doch der Hundefrisör hätte es wissen und es entsprechend den Haltern mitteilen müssen, er hätte keinesfalls den Hund scheren dürfen.

1 mal geschoren

2 mal geschoren

Die Entwicklung nach dem scheren ist gut an den folgenden Bildern sichtbar. 


Links ein neueres Bild, die Farbe ist aus dem Gesicht gewichen, durch fahles grau ersetzt. Dies sind die typischen Nothaare, welche sich bilden, wenn das Fell des Rauhaars nicht korrekt entfernt, sondern geschnitten oder geschoren wird. Das passiert auch, wenn Bärte und Brauen nicht fachgerecht getrimmt, sondern geschnitten wurden (die Bärte möglichst “schön" rund, wie oft auf Bildern zu sehen ist, wobei da sichtlich vergessen wurde, dass es kein Westie ist, sondern ein Dackel). Auf dem Bild rechts ist der Hund nach der ersten Schur zu sehen, noch ist die Grundfarbe erkennbar, am Körper ist allerdings wenig von dem dunkelsaufarbenen Haar übrig, es ist fast nur Unterwolle sichtbar.

Einen grossen Dank an das Frauchen für die Bilder, so kann jeder erkennen, was eine Schur für Folgen hat.


Ihr glaubt, dass es bei dem Urzustand nicht anders zu lösen war? Die Geschichte von Notfell Klara, bei der nichts geschnitten wurde, beweist das Gegenteil

Klara einmal getrimmt

Klara im verfilzten Urzustand

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Bei dem nur sechsjährigem schwarzrotem Toni wurde das Haar immer geschoren und dies ist das Ergebnis:

Am ganzem Körper hat Toni nur noch gräuliche, seidige Nothaare, er sieht aus wie ein alter Silberrücken. Es wurde entschieden, einen Rettungsversuch wie bei Greta zu unternehmen, erst einmal muss das Haar dafür wachsen. 


Achten Sie auf die Füsse, dort ist das Haar tatsächlich noch guter rauher Qualität, wenn auch zu lang. Der Grund: der kleine Toni hat sich das scheren der Füsse nicht gefallen lassen, dadurch konnte dort keiner ran und das hat die letztendlich gerettet. Der Hund hatte ursprünglich perfektes Rauhaar.

Der folgende Hund ist wegen einer OP geschoren worden, anscheinend komplett, dabei hat er nur eine ganz kleine Narbe am Rücken, ein Fenster von 5 x 12 cm hätte gereicht. Anschliessend sollte er wieder getrimmt werden, doch die Person, die es machen sollte, hatte Schmerzen im Arm und anstatt ihn zu jemanden zu schicken, der es hätte übernehmen können, hat sie ihn einfach geschoren! 


Das Ergebnis sehen Sie hierunter. 


Ein Rettungsversuch wurde unternommen, es war dem Trimmer möglich, ihn bis zu den Schultern zu zupfen, der vordere Teil war leider nicht mehr trimmbar und musste mit der Schere geschnitten werden. Vielen Dank an die Halterin für die Bilder.

Links: So sah der hübsche ältere Herr vor dem scheren aus.


Es ist deutlich zu erkennen, dass er nicht perfekt getrimmt wurde: 


Die Ohren sind nicht getrimmt, nur die Konturen wurden geschnitten, der Kopf, der Bart sind geschnitten worden, deswegen ist der Bart auch so hell. Die Brust und die Schultern sind sichtlich auch mit der Schere bearbeitet worden und deutlich heller als der Rücken. Diese Körperteile sind meist schwerer zu trimmen, dies ist aber kein Grund zur Schere oder Schermaschine zu greifen. Bei der Haarqualität - gut am Rücken sichtbar - war der Rüde komplett trimmbar. 

Hier wurde bereits der Grundstein gelegt, um ihn ab der Schulter nicht mehr trimmbar zu machen. Am Körper befindet sich sehr rauhes, kompaktes Haar in einer schönen Farbe, auch wenn er nicht besonders gut getrimmt wurde. Es ist zuviel Haar, es sieht aus, als wäre er bis zur Unterwolle runtergetrimmt worden und es sei alles gleichzeitig wieder gleichlang gewachsen. 


Wer es nicht weiss, würde nie vermuten, dass es sich hier um den gleichen Hund wie auf den zwei Bildern hierüber handelt.

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